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Die wunderbare Natur des Hofes Wege zum naturnahen Dorado für Tiere gemacht

Tierpark Ströhen und das angegliederte Vollblutarabergestüt Ismer bestehen 60 Jahre

Ströhen. Die Grußworte steckten voller Lob und Anerkennung, kamen allesamt verbalen  Liebeserklärungen gleich: Das trifft für alle Gratulationsreden während der würdigen Jubiläumsfeier aus Anlass der 60. Wiederkehr der Gründung des Naturtierparks Ströhen mit dem angegliederten Vollblutarabergestüt der Familie Ismer zu. Knapp 100 Gäste, Geschäftsfreunde, politische Repräsentanten, Vereinsabordnungen und Mitarbeiter füllten den Saal des Tierpark-Restaurants, während viele Besucher die Gelegenheit nutzten, bei freiem Eintritt durch die großzügigen Anlagen zu bummeln. Am Tag zuvor hatten bei optimalen äußeren Bedingungen schon Tausende von Besuchern das weithin bekannte „Paradies am Wegesrand“ als Ausflugsziel gewählt.

Axel Knoerig, CDU-Bundestagsabgeordneter und persönlicher Freund der Betreiberfamilie Ismer, bezeichnete es als vorbildlich, was in den vergangenen 60 Jahren im Außenbereich der Ortschaft Ströhen aufgebaut worden sei, stellvertretender  Landrat Heiner Richmann übermittelte gute Wünsche des Landkreises Diepholz, der Wagenfelder Bürgermeister Matthias Kreye freute sich, eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Region in den Wagenfelder Gemeindegrenzen zu haben, der Ströher Ortsvorsteher Reinhard Heider berichtete voller Stolz, dass er eine weite Strecke der Entwicklung des kleinen aber feinen Privatzoos miterlebt habe, und Soenke Lauterbach, Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, beleuchtete insbesondere die Geschichte des größten privaten Vollblutarabergestüts Europas.

Eingangs hatte Dr. Nils Ismer, seit zwölf Jahren Leiter des Tierparks und Gestüts, überwiegend humorvoll die Geschichte Revue passieren lassen, an die Gründung durch seinen Opa Rolf Ismer und dessen Ehefrau Annemarie auf dem früheren Hof Wege erinnert, die jahrzehntelange Führungs- und Aufbauarbeit der Familien Holger und Almuth sowie Erpo und Antje Ismer skizziert und mehrere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen geehrt und mit Blumen ausgezeichnet. Die Geehrten haben ein gehöriges Stück der Geschichte mitgeschrieben und zählen seit Jahrzehnten in den unterschiedlichsten Funktionen zum lebenden Inventar des Naturtierparks und Gestüts. Über prächtige Blumensträuße durften sich Ursel Baumgärtner, Friedrich Verbarg, Manfred Heider, Martina Meyer, Franz Radtke, Jürgen Grimberg  und Yvonne Habermann freuen.

Nils Ismer nutzte seine ausführliche aber nie ermüdende Festansprache, um den Gästen einen Einblick in die Geschichte des Naturtierparks Ströhen zu geben. „Vielfältig und bizarr, überwiegend verrückt und manchmal auch ein bisschen traurig“, fasste Ismer das Tierpark-Leben in den vergangenen 60 Jahren zusammen. Opa Rolf habe seinerzeit viel Mut bewiesen, bescheinigte der heutige Geschäftsführer dem Gründer, „aus der wunderbaren Natur des Hofes Wege einen naturnahen Tierpark mit heute mehr als 600 verschiedenen Tierarten zu machen.“  „Der Besuch des Tierparks und Gestüts ist noch immer ein Abenteuer“, betonte stellvertretender Landrat Heiner Richmann seitens des Landkreises Diepholz, „eigentlich kann man gar nicht oft genug hier sein .“ Die Liebe zu Tieren und der richtige Umgang mit ihnen sei ein wichtiges Fundament für den Erfolg des privaten Zoos, lobte Richmann die Arbeit der Familien Ismer und ihrer Mitarbeiter. „Der Tierpark ist ein Alleinstellungsmerkmal für Ströhen“, bescheinigte der Repräsentant des Landkreises den Betreibern, „der die Ortschaft weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt macht.“ Tierpark und Arabergestüt seien im Naturpark Dümmer weithin strahlende Diamanten, schloss Richmann.

„Was hier in den vergangenen 60 Jahren aufgebaut wurde, ist vorbildlich“, eröffnete MdB Axel Knörig seine guten Wünsche aus Berlin. „1959 wurde hier ein artgerechter Naturtierpark gegründet und über drei Generationen kontinuierlich weiterentwickelt“, betonte der Bundestagsabgeordnete. Dabei seien die Familien Ismer immer der Philosophie treu geblieben, informative Aufklärung mit Artenschutz zu verbinden. Es verdiene Respekt, wie Rolf Ismer aus seiner Tierliebe eine profitable Geschäftsidee entwickelt habe und schon früh einen neuen Weg in der Landwirtschaft gegangen sei, sagte der Wirtschaftspolitiker.

Bürgermeister Matthias Kreye übermittelte Glückwünsch von Rat und Verwaltung der Gemeinde Wagenfeld und nannte den Naturtierpark Ströhen „ein Aushängeschild für unsere Gemeinde, einen Schatz, auf den alle Bürgerinnen und Bürger stolz sein können.“  Kreye stellte auch die enge Verbundenheit des Tierparks zur Ortschaft und ihren Vereinen, Verbänden und Institutionen heraus. „Ich ziehe den Hut vor dem Engagement  der Familie Ismer und der Arbeit, die hier geleistet wird.“

„Wilde Tiere in unserer unmittelbaren Nähe waren damals was ganz Neues“, erinnerte ich Ortsvorsteher Reinhard Heider an seine Kindheit und die damalige Tierpark-Gründung. Trotz anfänglicher Skepsis hätten sich die Anlage für die Tiere aus aller Welt und das angegliederte Gestüt gut entwickelt, „weil es die Familien Ismer immer verstanden haben, neue Akzente zu setzen.“ Auch Heider war voll des Lobes für die damalige Idee von Rolf Ismer, den landwirtschaftlichen Betrieb in einen Naturtierpark umzuwandeln. In seine Glückwünsche schloss er alle örtlichen Vereine mit ein.

Generalsekretär Soenke Lauterbach von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung freute sich, „in der Keimzelle der hannoverschen-westfälischen Ponyzucht zu weilen, die befindet sich in Ströhen, das ist gewaltig.“ Nils Ismer und vorher schon sein Vater Holger hätten die Bedeutung ihres Gestüts ständig weiter ausgebaut und zu weltweiter Anerkennung geführt. Lauterbach erinnerte an viele gemeinsame Erlebnisse, bezeichnete das private Arabergestüt als Allzweckwaffe der deutschen Pferdezucht, freute sich mit Blick in den Saal, dass die nächste Ismersche Generation  schon mittendrin sitze und hatte für Nils und Holger stellvertretend für alle Ismers eine hohe Auszeichnung seines Verbandes mitgebracht: Die Graf-Landsberg-Medaille der Deutschen Reiterlichen Vereinigung.                   Gerhard Scheland

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