Page 10 - Kloensnack Ausgabe 563
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Behandlungen auch


     in der Krise!

     Wagenfelder Physiotherapeut Ernst Pohlmann
     und sein Team setzen auf Aufklärung
     Wagenfeld. Obwohl die Be-
     handlungsräume immer ge-
     öffnet waren, war es in der
     Praxis des Wagenfelder Phy-
     siotherapeuten Ernst Pohl-
     mann im Hallenbad in der
     fast 40-jährigen Geschich-
     te noch nie so ruhig wie in
     den zurückliegenden zwei
     Monaten. Ebenso wie in an-                                   Durch bauliche Veränderungen sind in der Praxis des Wagenfelder Physiotherapeuten
     deren Praxen in der Region.                                  Ernst Pohlmann schon bei der Anmeldung die Sicherheitsvorkehrungen auf ein Minimum
     Schuld daran ist die Corona-                                 reduziert.                                 Fotos (2): Gerhard Scheland
     Pandemie, die nach wie vor
     weite Teile der Menschheit                                   mann über den Beginn der Pandemie.   nuellen Therapien“, berichtet Pohlmann.
     voll im Griff hat. „Wir sind                                 „Manche Patienten haben damals nicht   Fehlen würden teilweise die Notfallpatien-
     auch in der Krise für unsere                                 zwischen Massagepraxis und Physiothe-  ten, „denen wir bei Verspannungen und
     Patienten da“, verspricht der                                rapie unterschieden“, erinnert sich Pohl-  Verhärtungen von Muskelpartien mit ein
     65-Jährige.                                                  mann an Meldungen, dass Massage-  bis zwei Anwendungen helfen können.“
     Trotz irreführender Meldun-                                  praxen geschlossen blieben. Das Telefon   Zudem, so Pohlmann weiter,  würden er
     gen und verwirrender Aus-                                    habe seinerzeit nicht stillgestanden. Die   und sein Mitarbeiterteam weiterhin auf
     sagen der Bundesregierung                                    Patienten seien verunsichert gewesen,   Aufklärung setzen und Anrufern jederzeit
     in der Anfangszeit sind das                                  hätten Termine abgesagt und laufende   erläutern, dass Behandlungen weiter-
     neunköpfige Therapeuten-                                     Therapien unterbrochen. Dabei habe der   hin und jederzeit möglich seien. Zudem
     team und die übrigen Mit-                                    zu der Zeit geltende Schließungserlass   würden sie über Hygienemaßnahmen in-
     arbeiterinnen während der                                    für Gesundheitseinrichtungen gar nicht   formiert und die Möglichkeit, in den Pra-
     gesamten Krisen-Zeit ihrem                                   gegolten.                     xisräumen vorgegebene Abstände einzu-
     Versorgungsauftrag nach-                                     Obwohl inzwischen ein Stück Normalität   halten. „Durch den oberen Eingang rein-
     gekommen. Natürlich unter   Auch während der Coronakrise täglich für die Patienten da:   zurückgekehrt sei, lägen die aktuellen   kommen und nach der Behandlung die
     Einhaltung aller geforderten   Physiotherapeutin Yvonne Clausjürgens trägt bei den Be-  Behandlungszahlen noch deutlich unter   Praxis durch die tiefer gelegene untere Tür
     Hygiene- und Abstandsre-  handlungen ebenso einen Mundschutz wie die Patienten.   denen früherer Zeiten. „Die Ärzte haben   wieder verlassen“, raten die Mitarbeiterin-
     gelungen. Seit Beginn der                                    längst ihre anfängliche Zurückhaltung   nen den Patienten. Und wünschen ihnen,
     Epidemie ist die Praxis mit ausreichend   insgesamt 16-köpfige Belegschaft Mitte   korrigiert und attestieren ihren Patienten   den von Bund und Land vorgegebenen
     Desinfektionsspendern ausgestattet, in   März: „Da hatten wir bis zu 80 Prozent   längst wieder die medizinische Notwen-  Verhaltensmaßregeln zu folgen und vor al-
     der Anmeldung ist die Ansteckungsge-  weniger Behandlungen“, berichtet Pohl-  digkeit von Krankengymnastik und ma-  lem gesund zu bleiben.  Gerhard Scheland
     fahr für Mitarbeiterinnen und Patienten
     durch bauliche Sicherheitsvorkehrungen
     verringert worden, überall hängen Hin-
     weisschilder mit Verhaltensregeln, und
     die unterschiedlichen Behandlungen lau-
     fen ausnahmslos mit Mundschutz und
     Handschuhen. Für die Therapeutinnen
     und Therapeuten ebenso wie für die Pa-
     tienten. Durchgeführt würden nach wie
     vor alle Leistungen, zu denen er und sein
     Team qualifiziert seien, betont Pohlmann.
     bisher nur passiv - aus der zweiten Rei- Wir sind für unsere
     „Vom Baby bis zu Patienten im hohen Se-
     niorenalter.“
     Der Praxisbetreiber hat die seit zwei Mo-
     naten geltenden Vorsichtsmaßnahmen

     he quasi - miterlebt. Er steigt nach einer
     unfallbedingten längeren  Krankheitspha-
     se erst im Juni dieses Jahres wieder in           Patienten da!
     die manuelle Arbeit in seiner Praxis ein.
     Während sich für die Mitarbeiterinnen und
     Mitarbeiter in den Praxisräumen kaum
     etwas geändert hat, gilt für die externen
     Therapeuten, die ihren Dienst ausschließ-
     lich in Senioren- und Pflegeeinrichtungen         Ihr Pohlmann-Team
     erledigen, seit ein paar Wochen der Sta-
     tus der Kurzarbeit. Sie hoffen ebenso wie
     Pohlmann selbst, dass das Verbot von
     Behandlungen in Senioren-Einrichtungen
     bald aufgehoben wird. „Gerade bei den
     Bewohnern in Altenheimen sind regel-
     mäßige Anwendungen aus medizinischer
     Sicht oftmals dringend notwendig“, stellt
     Pohlmann heraus. „Ältere Menschen in
     Pflegeheimen beispielsweise, Schlagan-
     fall-Patienten oder Krebskranke, die drin-
     gend auf Krankengymnastik beziehungs-
     weise Lymphdrainage angewiesen sind.“
     Am ärgsten war der Einbruch der Patien-
     tenzahlen für den 65-Jährigen und seine

      10   KLÖNSNACK · 563. Ausgabe - 15. Mai 2020
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